Dienstag, 10. Juni 2008
::: not available :::
...is the sky too grey
did your milk taste bad today
did i fail in bed
was it something i have said
was it something i have said
...

Das Dings rauscht. Wenn man zu laut aufdreht, herrscht für einen Moment kurze Stille. Dachte immer, die Musik wär' aus. Is'sie aber nicht. Volle Kanne auf Sendung, nur da, wo's ankommt, ist Chaos. Alle Antennen auf Empfang, bereit zu lauschen, ganz genau zu lauschen, um nur ja bloß keinen Zwischenton zu verpassen. Doch der Filter ist hin, oder vielleicht sind wir einfach nicht kalibriert.

"Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich sage, nicht dafür, was Du verstehst." Den Spruch neulich auf einem T-Shirt im Bahnhof gesehen. So wahr, und doch so schwer.

Das Wochenende - Chaos. Höhere Mächte möchten wissen, wie das mit uns geht, wenn alles schief läuft. Schief läuft es, ungefähr wie mein Boot bei den ersten Paddelversuchen.
Hier zu stark gestochert, dort zu weit hinausgelehnt. Hier zu zaghaft angepackt, und jenes überhaupt nicht bedacht. Sowieso meine Spezialität. (Hare, Hare...) Manchmal zu speziell, mit Scheuklappen durch die Welt, fokussiert nennt man das.
Nach 10 Jahren etwas anzufangen, das man schon immer hatte machen wollen - ist das eigentlich zu spät? "Du HAST doch eine gute Ausbildung", sagt die Allereinzigste. "Die Ausbildung war gut, ja", entgegne ich und krame im Nähkästchen nach der guten alten Messlatte, um zu schauen, wo ich stehe.

Herr, wirf Gelassenheit vom Himmel!

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Donnerstag, 5. Juni 2008
::: breathe :::
Was es NICHT mehr gewesen ist, Leben 4.0, das ist sowas von glasklar, war es eignentlich schon lange, wie ich beim vorsichtigen Zurückblättern feststelle. Der Lack war schon lange ab gewesen, das Gold hatte längst nicht mehr geglänzt, und mehr als eine Masche hatte sich auf den Weg gemacht. Auf den Weg machen, ein gutes Stichwort, Ziel, Weg, Weg, Ziel, alles einerlei. Das Archiv füttern, und plötzlich ist es ganz leicht, JETZT zu sein, loszulassen, weil ich gesehen habe, dass da nichts mehr als reine, freie Luft ist, die ich in den Händen halte.

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Mittwoch, 4. Juni 2008
Loch im Fuß
Männer haben überhaupt gar keine Ahnung, wiiiiieeee gefährlich das sein kann, jeden Morgen an so eine kleine bunte Pille zu denken!

Heute früh war es mal wieder soweit. Nichtsahnend öffnete ich die Tür zum Medizinschrank und - kladderadatsch! Ja, ich weiß, ich wollte schon lange mal ausmisten, und ja, der Schrank war viel zu voll. Jedenfalls machte die Jodflasche, die kleine braune aus dem massiven Glas, die mir eine PTA meines Vertrauens damals geschenkt hatte, den Abgang. Schwungvoll schlug sie aus einer Höhe von ca. 1,70 auf dem befliesten Badezimmerboden auf und zertrennte sich alsbald in ihre Einzelteile, von denen eines sich, schwuppdiwupp, mit der Spitze zuerst in den zarten Zwischenraum zwischen kleinem und "Ring"zeh des linken Fußes bohrte. Zeitgleich mit den immer noch stark beschleunigten Jodpartikeln sprudelte nun munter das kostbare Ahbehpositiv in alle Richtungen, verfolgt von meinen entgeisterten Blicken, die nicht mehr wussten, wohin sie zuerst gucken sollten. Ich entschied mich relativ zügig dafür, dem Blubbern aus dem Fuß mit einem zum Händetrocknen gedachten herumhängenden Handtuch Einhalt zu gebieten. Die Katzen verfolgten das Spektakel hingerissen und schnüffelten neugierig an den Lachen unterschiedlicher Farbe, die sich über Wand, vormals gelb, Boden, gestern noch grau, Türrahmen, war mal weiß, und Badewanne verteilten. Der Lebenssaft zeigte sich allmählich widerspenstig und zog sich zurück in geordnete Bahnen. Ich humpelte mit dem Handtuch am Fuß erstmal von dannen, schloß die Badezimmertüre und wunderte mich über das watteweiche Gefühl im Kopf.
Schockschwerenot, besser kann ein Mittwoch doch gar nicht beginnen!

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Montag, 26. Mai 2008
::: not available :::
Zweitausendfünfhundereinundachtzig Wörter später. Wie gut, dass ich kein Mann bin, denn die haben angeblich nur zweitausend pro Tag. Andererseits habe ich länger als einen Tag gebraucht, von daher hätte ich die Arbeit auch als Mann erledigen können.

Sowieso wünschte ich mir manches mal, Mann zu sein oder zumindest meinen Mann zu stehen, als Frau unter Männern. Aber mir scheint es an etwas zu mangeln, Selbstvertrauen oder Durchsetzungskraft, der Fähigkeit, mittendrin statt nur dabei zu sein.

Bald stellt sie sich wieder, die alte Frage, wie geht's weiter? Und dann? Nicht so aussichtslos wie nach dem ersten Studium, soviel ist klar. Eine Hülle und Fülle von Möglichkeiten, dass es nur so blitzt und funkelt - und was tu' ich? Stehe da, staune und frage mich, welchen Weg ich gehen will.

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood


Und wenn sie nicht gestorben ist, steht sie auch noch morgen.

Man reiche mir Butter. Und Fische. Und Weitsicht.
Danke.

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Mittwoch, 21. Mai 2008
*schwitz*
Ich mag das ja. Die Hitze treibt auch den letzten Rest Anspannung aus Deinem Körper, wenn sich jede Pore öffnet und der gesamte Alltagsdreck ins Handtuch tropft. Die Haut wird samtweich, die Wangen (bei uns unten hätte man "Backen" gesagt) färben sich rosarot, nicht aus Scham, obwohl, was da so alles rumläuft, jegliche Größe, Farbe, Ausstattung, nicht dass ich gucken tät', nein, sowas tut man nicht, aber irgendwie wär's doch interessant, in der Sau...aber lassen wir das. Heißkaltes Wechselbad, diesmal nicht der Gefühle, sondern die sprichwörtliche kalte Dusche nach dem vierten Aufguss, kostet Überwindung, aber hinterher, ja hinterher fühlt sich's einfach genial an.

Heute mal wieder saunieren gewesen. Vier Stunden Wischlingen. Frauenschwoof und KatzenMännerjammer (nein, nicht bei mir), alles ausgeschwitzt, alles wird gut.

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Donnerstag, 15. Mai 2008
To do:
noch eineinhalb Stunden dreißig sein. *sfz*

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Sonntag, 4. Mai 2008
Ra(s)tlos
No more words.

Jemand hat den Nippel gezogen. Alles Übel der Welt entweicht in selbige. Der eigene Bruder warnt davor, mit mir eine Beziehung einzugehen, und ein Geburtstag bei der ehemals Allerbeseeltesten zeigt, wie weit weg das alles ist. Selten so deplaziert, so überflüssig, allein und nirgendwohin passend gefühlt. Starken Drang verspürt, sofort und gleich Reißaus unter die nächste Decke zu nehmen und mindestens zwei Stunden alles Gift aus jeder Zelle zu schreien, zu weinen, zu zittern. Zusammengerissen, in eine Bodenwelle und einen Wutanfall gefallen, der mir den Boden unter den Füßen wegzog. Lauthals gejammert, ich will heim. Überreagiert, ich weiß, aber auseinanderfallen und explodieren sind eins, ich implodiere und will weg, schnell weg und weit weg, weg von allem und in Ruhe schreien. Bei mir geht das nicht nach außen, sondern nach innen, aber das ist nicht legitim, und wenn ich so bin, dann kann man nur weggehen, weg von mir. Nach außen tragen wär auch nicht gegangen, wie kann ich um eine Freundschaft, um Freunde trauern, wenn diese von FRÜHER sind und alles verhasst, was FRÜHER heißt, da kann ich doch schlecht meinen Kummer ....also nix wie weg. Jetzt. Gleich. Weit. Weg. Ganz weit weg.

Zweieinhalb Stunden später. Alle Regale geräumt, könnte man dies doch bloß auch mit Lebenszeit, mit Erinnerung tun - ich würde es trotzdem nicht tun - aber es tut so scheiße weh, einfach nur scheiße weh. Mittendurch, geht nicht anders diesmal, drumherum wäre Erpressung gewesen, "Red jetzt!" oder "Komm jetzt!", sonst geh ich. Dann geh. Meine Traurigkeit schwappt nicht nach Deiner Stechuhr, also geh, am besten schnell, damit Deine Füsse schön trocken bleiben.

Und schwupps, ist die Tür zu, alles, was zählte, weg, und dann stehst Du da, am Ende, ein großer Haufen von Zeit, Gefühlen, Sachen und Scherben und fragst Dich, wofür war das gut. Was hab' ich daraus nun wieder gelernt?

Dass es wehtut, scheiße weh, aber das wusste ich vorher.

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Sonntag, 27. April 2008
frühling. letzte chance
Das allererste Frühlingswochenende. Außer VWL nix im Kopf. Nix? Na ja, fast nix.
Gestern, am Rhein, die ersten kräftigen Sonnenstrahlen getankt und der Sonne beim Aufgehen zugeschaut. Schlafen kann ich zur Zeit nicht, es tummeln sich Kurven, Theorien und Variablen, dass es nur so eine helle Freude sein könnte.
Gegen 6 dann doch noch eingeschlafen und 3 1/2 Stunden gepennt. Bin sowas von müde heute, nichtsdestotrotz den Haufen im Kopf um einige Wissensstapel vergrößert. Jetzt: Sonntag abend. Woche vorbei, days to go: 1,8. Übermorgen um die Zeit isses rum, und ich hoffe, beim gasförmigen Wirbeltier, dass alles gut geht.

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Mittwoch, 23. April 2008
be good
Und im Nacken die Angst, wieder durch's Raster zu fallen, sich nicht zu bewähren, "zu schlecht" zu sein, um einen Platz zu finden.

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Geh weg!
Wann hört das eigentlich auf mit diesen Träumen, in denen Du in mich platzt, böse, weil ich verfehlt habe und mich umdrehe, weggehe, Dich stehenlasse und es mich doch nicht kalt lässt, was passiert ist?

Ich finde, langsam sollte mal gut sein.

Ich bezweifle ehrlich, dass Du auch nur einen Gedanken an mich verschwendest. Was vorbei ist, ist vorbei. Wieso kapiert mein Unterbewusstsein das nicht?


I'm gonna clear out my head
I'm gonna get myself straight
I know it's never too late
to make a brand new start

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